Alles um PDF und Print

Mit Standards den Etikettendruck automatisieren

02.08.2022

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Aufgrund sinkender Auflagen sind Druckereien heute gefordert, möglichst effizient zu arbeiten, d. h. ihre Abläufe weitgehend zu automatisieren. Damit sie dieses Ziel erreichen, ist die Nutzung von Standards eine wichtige Voraussetzung. Denn sie entlasten von der Notwendigkeit, sämtliche Abhängigkeiten zu durchdenken, sorgen für eine reibungslose Zusammenarbeit unterschiedlicher Lösungen und erlauben den Einsatz von Werkzeugen, die wiederum diese Standards unterstützen. Mit diesen Tools lassen sich PDF-Dateien z. B. automatisiert auf Basis von Profilen in druckfertige Dateien umwandeln. Neben PDF allgemein bzw. PDF/X sind die Spezifikationen der Ghent Workgroup insbesondere für den Etikettendruck ein wichtiger Standard und seit Kurzem als GWG 2022 verfügbar. Dietrich von Seggern, Geschäftsführer der callas software GmbH, erläutert, wie Unternehmen aus dem Etiketten- und Verpackungsdruck von diesen Spezifikationen profitieren.

Falsche Fehlermeldungen vermeiden
Als wichtiges Merkmal der neuen GWG-Spezifikationen erlauben diese Preflight-Anwendungen, PDF-Dateien intelligenter zu prüfen. Sie können nun Objekte ignorieren, die in der Produktion keine Probleme verursachen werden, was etwa bei vollständig abgedeckten Objekten der Fall ist. Dies reduziert die Anzahl von Fehlalarmen, sogenannten „False Positives“, und sorgt vor allem für eine unterbrechungsfreie, reibungslose Produktion.

In diesem Zusammenhang ist der Processing-Steps-Standard (ISO 19593) zu nennen. Er wurde ursprünglich von der Ghent Workgroup mit dem Ziel entwickelt, Informationen über Druck- und Veredelungsprozesse – wie Schneiden, Prägen und Lackieren – in standardisierter Form in einem PDF-Dokument zu hinterlegen. Hierzu werden Seitenobjekte in Ebenen gruppiert und standardisierte Metadaten zu diesen Ebenen hinzugefügt, um sie dadurch einem bestimmten Processing Step zuzuordnen.

Prozesse beim Preflight optimieren
Gerade im Etikettendruck, in dem die tatsächlich gedruckten Objekte typischerweise nicht rechteckig sind, sondern alle möglichen Formen aufweisen, sind diese Processing Steps eine gute Basis, um Prozesse zu automatisieren. So beinhalten Druckvorlagen im Etikettendruck – neben den Druckdaten selbst – in der Regel weitere Informationen, die im Rahmen der Verarbeitung erforderlich sind. Hierzu gehören eine Stanzkontur, eine Legende oder Bemaßungen, die als solche erkannt und bei den Prüfungen und Korrekturen entsprechend berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel ist es notwendig, alle Sonderfarben vor der Ausgabe auf der Digitaldruckmaschine nach CMYK zu konvertieren. Da die Stanzkontur meist ebenfalls als Sonderfarbe angelegt ist, muss diese als solche erkannt und dann von der Konvertierung ausgenommen werden. Die Sonderfarbe, die für die Stanzkontur verwendet wird, kann indes „Stanze“, „Schneidekante“, „Stanzkontur“ oder ähnlich bzw. ganz anders heißen, was ein Problem in der automatisierten Erkennung darstellt. Neben ihrer eigentlichen Funktion haben Stanzkonturen für die automatische Verarbeitung noch eine weitere Bedeutung, denn sie definieren den Bereich für das beschnittene Endformat und damit die relevanten Seitenobjekte.

Die Kontur muss in Processing Steps auf einer Ebene in der PDF-Datei liegen. Die Sonderfarbe und auch die Ebene dürfen, wie beschrieben, beliebige Namen haben, aber die Ebene muss Metadaten beinhalten, die wiederum standardisiert sind. Wenn eine PDF-Datei diese Merkmale aufweist, dann kann die PDF-Engine die Stanzkontur sicher erkennen und automatisiert verarbeiten.

Automatisiertes Handling von Sonderfarben
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie alle eingehenden PDF-Dateien mit den in Processing Steps definierten Metadaten versehen werden können. Idealerweise geschieht das bereits beim Anlegen der Druckvorlage. Diese wird allerdings vom Kunden geliefert und Druckereien können in der Regel nicht vorgeben, dass dieser in seinen PDF-Dateien die entsprechenden Metadaten hinterlegt.

Eine sofort verfügbare Lösung ist deshalb, eine regelbasierte, anpassbare Zuordnung an zentraler Stelle in der Druckerei vorzunehmen. Beispielsweise kann die Sonderfarbe mittels intelligenter Funktionen als Stanzkontur erkannt und nachträglich als standardisierte Metadaten hinzugefügt werden. In der PDF-Engine werden diese dann in einem Profil hinterlegt und somit alles, was in dieser Sonderfarbe dargestellt ist, in eine Ebene mit den entsprechenden Metadaten integriert. Der Vorteil dieser Anpassung im Eingang ist, dass die verwendeten Regeln für die Erkennung an einer einzigen Stelle zum Tragen kommen. Nutzt beispielsweise ein neuer Kunde aus England den Begriff „die line“, dann kann dies leicht angepasst werden, ohne dass die nachfolgenden Schritte geändert werden müssten.

Fazit
Wenn Etikettendruckereien auf die beschriebene Weise ihre Workflows vorbereiten, sind sie zukunftssicher aufgestellt und können diese ohne Änderungen auch auf standardkonform erzeugte Druckunterlagen anwenden. Sie können vorhandene PDF-Engines in ihre Prozesse integrieren und auf die Entwicklung eigener Lösungen verzichten. So wird ein hoher Automatisierungsgrad im Produktionsprozess erreicht, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt.

www.callassoftware.com

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